Psychosoziale Belastungen im betriebsärztlichen Alltag
Methoden- und Kompetenzerweiterung für Betriebs- und Arbeitsmediziner
Im Rahmen dieses Projektes der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin "Psychosoziale Belastungen im betriebsärztlichen Alltag – Methoden- und Kompetenzerweiterung für Betriebs- und Arbeitsmediziner (1992)" wird eine modulare Fortbildungs-Maünahme entwickelt und durchgeführt die Betriebs- und Arbeitsmediziner in die Lage versetzen soll, psychosoziale Belastungen und Belastungsfaktoren in den von ihnen betreuten Organisationen zu erkennen, zu bewerten und Vorgehensweisen (Strategien) zur Verfügung zu haben, diese zu vermindern bzw. zu beseitigen. Daneben werden Vorgehensweisen und Methoden zur individuellen und organisatorischen Prävention vermittelt und erprobt.
Inhaltlicher öberblick
- Erkennen von psychischer Belastung und psychosozialen Belastungsfaktoren – Bedingungen "guter" und "schlechter" Arbeit in Organisationen
- Erkennen von psychischen Beanspruchungen – kognitiv – emotionaler Zugang und energie- und körperorientierter Zugang
- Möglichkeiten der Gestaltung von Arbeitssystemen bzw. Arbeitssystemelementen im individuellen Gestaltungsbereich von betroffenen Beschäftigten (aller Hierarchieebenen) zur Reduzierung, Beseitigung und Prävention von psychosozialen Belastungen und Beanspruchungen
- Vorgehensweisen und Methoden zur Reduzierung, Beseitigung und Prävention von psychosozialen Belastungen und Beanspruchungen auf organisatorischer, arbeitssystembezogener Gestaltungsebene
Aufbau des modularen Fortbildungskonzeptes
Präsenzphasen
- Vermittlung von theoriebezogenem und praktisch-methodischem Wissen
- teilnehmeraktives Trainieren, Erproben und Reflektieren von Erfahrungen in der Präsenzphase, aber auch der Erprobungen in den Praxisphasen
- vorbereitende Übertragung auf die spezifischen Arbeitskontexte
- Selbsterfahrung der Teilnehmer/-innen als Betroffene von psychosozialen Belastungen (Stress-Faktoren)
Erprobungsphasen
- Anwendung von vereinbarten Vorgehensweisen, Methoden, Techniken im jeweiligen beruflichen Praxisfeld
- Reflexion der Anwendungserfahrungen an Hand vorgegebener Leitfragen
Selbststudium
- eigenständige Vertiefung der Inhalte
Patenschaften (kollegiale Beratung)
- Einrichtung von Dreiergruppen der Teilnehmer/-innen zur Unterstützung bei der Vertiefung der Inhalte bzw. der Umsetzung in den Arbeitsalltag
Begleitendes Coaching
- Reflexion der Anwendungserfahrungen im Rahmen eines professionellen Coachings
Umfang und Dauer der Fortbildung
- 8 Tage Präsenzveranstaltungen (in zu vereinbarenden Blöcken von 4 bis 8 Stunden) im Laufe eines Jahres, zuzüglich Selbstlernen, kollegialer Beratung, Coaching und Anwendung in der eigenen Praxis
Didaktisch-methodische Ausgestaltung
- handlungsorientierte Lehr-/Lernformen wie Rollenspiele, Systemspiele
- systemtheoretische fundierte und praxiserprobte Reflexionen von Arbeitssystemen/Arbeitssituationen aus verschiedenen Sichten (z. B. Sachebene, Beziehungsebene, emotional-energetische Ebene, Bedürfnis- und Motiv-Ebene)
- Einsatz verschiedener, wechselnder didaktischer Mittel wie Kurzinputs, Video-Film-Szenen, öbungen der Teilnehmer/-innen (teilweise mit Videoaufzeichnungs-Reflexion)
Theoretisch-methodische Basis
Grundlagen verschiedener einschlägiger Theorien, theoretischer Konzepte und Wissenschaftsbereiche (z. B. Stresstheorien, Ressourcenkonzepte, Belastungs- und Beanspruchungskonzepte, Handlungsregulationstheorien, Neuropsychologie)
Vorgehen zur systematischen, systemischen Gestaltung von Arbeitssystemen (Aufgaben, Prozesse, Strukturen, Zusammenarbeit und Kommunikation usw.)
Methoden und Techniken zur
- Diagnose und Bewertung
- Kommunikation
- (partizipativen) Optimierung von Arbeitssystemen
- individuellen Unterstützung der Betroffenen
aus
- Systemtechnik
- systemisch- lösungs- und ressourcenorientierte Organisationsberatung
- Coaching und Supervision
- Energiepsychologisch therapeutischer Beratung und anderen psychotherapeutischen Beratungsansätzen
Die Teilnehmer/-innen erhalten für alle erforderlichen Aktivitäten zur
- Problemerhebung und -diagnose
- Erarbeitung von Lösungswegen
- Umsetzung von Lösungen
geeignete Arbeitshilfen in Form von Checklisten, Ablaufübersichten (Kurzanleitungen) Arbeitsformularen usw.
Ansprechpartner: Brigitte Schneider-Heeg
Tel: 0421-2185554
E-Mail:sh@stz-bremen.de
Dieses Projekt wird gefördert durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

